Ich lebe seit 3 Monaten nun offiziell Kiga-frei. Warum mache ich also einen Artikel zum Thema Eingewöhnung? Lasst mich das näher erläutern. Wir standen vor einem Jahr an der Stelle, an der viele Eltern gerade stehen. An der Schwelle zum Kindergarten, kurz vor der Eingewöhnung. Und obwohl ich so viel darüber gelesen habe, hatte auch ich einfach keine Ahnung was mich da wirklich erwartet und wie ich mein Kind unterstützen kann. Wir hatten eine problemlose Eingewöhnung, aber – die Probleme kamen später – und sie hatten definitiv ihren Ursprung in einer falschen Eingewöhnung.
Gleichzeitig habe ich nun die Ausbildung zur Tagesmutter fertig – und gründe bald meine eigene Mini-Kindergruppe zuhause. Im Zuge meiner Ausbildung war auch die Eingewöhnung ein wichtiges Element – und ich hatte Gelegenheit mir zu überlegen, wie ich bedürfnissorientierte Eingewöhnung (für mich, meine Kinder und meine zukünftigen Betreuungskinder) verstehe.
Im weiteren Verlauf des Artikels erzähle ich euch von den 2 gängigsten Eingewöhnungsmodellen, ihren Abläufen und Eigenschaften. Und natürlich gebe ich wie immer meinen Senf dazu – was ich für bedürfnis- und familienorientiert halte.
Die Eingewöhnungsmodelle
Es gibt viele verschiedene Methoden für eine Eingewöhnung, alle gängigen vorzustellen würde wohl den Rahmen sprengen und es gibt abseits der gängigen Methoden natürlich auch noch einige Abwandlungen. Ich werde jetzt zwei Modelle vorstellen und anschließend mein eigenes – daraus entworfenes Konzept – vorstellen. Abschließend gibt es noch einige Tipps für euch zum Mitnehmen.
Berliner EingewöhnungsModell
Das Berliner Modell ist das meist verbreitete Modell für die Eingewöhnung in Kindergarten und Co. Es ist gängig, simpel und fokusiert sich in erster Linie darauf, dass Kind und fremde Bezugsperson eine Bindung aufbauen, während sich das Kind immer mehr von der Familiären Bezugsperson (in den meisten Fällen ein Elternteil) distanziert. Der ganze Prozess dauert ca. zwei bis vier Wochen und verläuft ungefähr so:
Informationsphase
Bevor die Eingewöhnung startet gibt es erste Kennenlerntreffen und Schnuppertage. Das Kind darf die Einrichtung sehen, es darf über die neuen Veränderungen gesprochen werden und das Kind wird vorbereitet. Die Betreuungspersonen bereiten sich auf die bevorstehende Eingewöhnung vor, indem sie Fragen über das Kind stellen und so das Kind schon etwas besser kennen lernen. Spitznamen, Lieblingsbeschäftigungen und besondere Wünsche bzw. Routinen des Kindes helfen der Betreuungsperson individuell auf das Kind einzugehen.
Grundphase – die ersten 3 Tage
Eltern und Kind kommen täglich in die Gruppe, dabei ist das Ziel, dass die Bezugsperson im Idealfall auf einem Platz sitzen bleibt und hier als „sicherer Hafen“ zur Verfügung steht. Das Kind soll sich freiwillig und selbstständig durch den Raum bewegen und sich Kindern und Betreuungspersonen zuwenden, wobei es natürlich besondere Unterstützung erfährt und die Betreuungsperson darum bemüht ist, eine Verbindung zum Kind aufzubauen.
Die Bezugsperson sitzt am „Rand“, beobachtet und ist für Anliegen des Kindes verfügbar, bis es sich schließlich zur Gänze in den Räumlichkeiten und mit den Personen wohl fühlt und sich nur noch selten an die Bezugsperson wendet. In dieser Phase übernehmen Eltern weiterhin die Pflegeaufgaben, wie Windelnwechseln.
Trennungsphase – 4. Tag
Eine kurze Trennung (z.B. geht Mama für 10 Minuten in die Garderobe telefonieren) gibt Einblicke, wie sicher sich das Kind fühlt. Man achtet dabei besonders auf den Moment der Trennung und des Wiedersehens. Danach plant man die weiteren Schritte.
Stabilisierungsphase
Wenn man merkt, dass das Kind sichtlich iritiert ist von der Trennung, geht man erneut einen Schritt zurück und findet zurück zur Grundphase. Erst am 7. Tag (meist der 2. Dienstag) versucht man eine erneute kurze Trennung.
Merkt man jedoch, dass das Kind die Trennung von der Bezugsperson gut verarbeiten kann, wird diese weiter ausgebaut und die Bindung zur Betreuungsperson weiter vertieft. Schrittweise wird die Dauer der Trennung erhöht.
Schlussphase
In den darauffolgenden ~ 2 Wochen ist die Bezugsperson weiterhin in „Reichweite“ während sich das Kind weiter an die Abläufe, Routinen und Personen des neuen Alltags gewöhnt. Ist auch diese Phase erfolgreich abgeschlossen, spricht man davon, dass die Eingewöhnung abgeschlossen ist.
Münchner Eingewöhnungsmodell
Dieses Eingewöhnungsmodell ist besonders von der Reggio Emilia Pädagogik geprägt und setzt den Fokus auf etwas ganz anderes. Während beim Berliner Modell davon ausgegangen wird, dass das Kind eine stabile Bindung zur Betreuungsperson aufbauen muss und sich von der Bezugsperson lösen sollte – sieht das Münchner Eingewöhnungsmodell eher den Blick auf die tiefe Bindung zwischen Bezugsperson (Eltern) und Kind und betrachtet diese als etwas Unantastbares. Etwas, was es in den neuen Kindergartenalltag zu integrieren gilt. Doch wie kann man eine solch tiefe Bindung in den Alltag integrieren, wenn die Bezugsperson nicht immer da ist?
Das Modell sieht vor, dass die Bezugsperson das Kind in jedem Abschnitt des Alltags begleitet und damit dem Kind die nötige Sicherheit mit auf den Weg gibt, diese jeweilige Situation zu meistern.
Vorbereitungsphase
Auch diese Phase geht der eigentlichen Eingewöhnung vorraus. Die Personen lernen sich vorab kennen, besprechen alles Notwendige und klären offene Fragen zum Gruppenalltag, zum Kind und zur Eingewöhnung. In diesem Modell wird nicht selten auch eine Art Eingewöhnungsheft genutzt. Es ist ein Notizheft welches die Eltern bekommen und in dem sie Fragen, Bedenken und Anregungen notieren können. Eine Art Sicherer-Platz für all die Gedanken, die einem plötzlich Abends durch den Kopf gehen. Dies wird von den Betreuungspersonen gelesen, beantwortet und unterstützt.
Kennenlernphase – die erste Woche
Innerhalb der ersten Woche soll das Kind möglichst einen guten Überblick über die komplette Tagesstruktur bekommen. Es erlebt das Ankommen und die Freispielzeit, es erlebt das Anziehen in der Garderobe mit allen anderen Kindern, den Morgenkreis, das Mittagessen und so weiter. Und bei jedem dieser Abschnitte ist die Bezugsperson (meistens Mama oder Papa) als Sicherheit dabei. Ziel ist es, dass die Bezugsperson durch ihre reine Anwesenheit und ihr Mitmachen die alltäglichen Situationen für das Kind „bejaht“ und das Kind bedürfnisorientiert durch die Situationen begleitet.
Ausgangslage ist die Annahme, dass die Eltern das Kind am besten unterstützen können und es ihnen möglich ist, Dinge für ihr Kind verständlich zu erklären. Während sie gleichzeitig dem Kind vermitteln: Ich bin trotzdem immer bei dir und jeder deiner Schritte hier ist sicher. Anders als im Berliner Modell (wo die Bezugsperson am Rand sitzt) bewegen sich Bezugsperson und Kind hier gemeinsam durch die Räume.
Vertrauensphase
Das Kind fühlt sich sichtlich wohl, in den Räumen, mit den Abläufen und den Personen. Es weiß, was es ungefähr erwarten kann von einer Situation und hat auch schon einen Draht zu den Kindern, sowie zu den Betreuungspersonen. Das Kind hat also gemeinsam mit dem Elternteil alles kennen gelernt und sowohl Elternteil, als auch Kind haben eine Verbindung zur Betreuungsperson aufgebaut. Ist dies gegeben kann man den nächsten Schritt angehen.
trennungsphase
Die erste Trennung ist im Verlauf der Woche frühestens an einem Dienstag. Dabei wird das Kind in die Gruppe begleitet und nach dem „Ankommen“ erfolgt eine erste Trennung. Diese wird, ähnlich wie beim Berliner Modell zeitlich ausgebaut, wenn auch nicht so langsam, da das Kind ja bereits sicher ist im gesamten Verlauf des Tages. Wichtig ist hierbei stets, dass im Tempo des Kindes vorrangeschritten wird!
REflexionsphase
Ein wichtiger Teil der Eingewöhnung ist beim Münchner Eingewöhnungsmodell auch der Vertrauensaufbau zwischen Betreuungsperson und Eltern. Deswegen wird bewusst noch einmal die Zeit genutzt um in Reflexionsgesprächen die Eingewöhnung nach zu besprechen, Sorgen zu teilen und die Verbindung zu den Eltern zu stärken, damit im weiteren Verlauf des Jahres eine starke Bildungspartnerschaft entstehen kann.
Was wirklich zu beachten ist
Bevor ich nun mein eigenes Eingewöhnungsmodell entwerfe, möchte ich noch ein paar kleine Tipps mit auf den Weg geben, die euch unterstützen sollen die richtige Basis für euren neuen Lebensabschnitt zu schaffen.
Dreieck
Die Beziehungen innerhalb eures Kindergartenalltags sollten als Dreieck verstanden werden. In einer Ecke ist das Kind, welches eine Verbindung hat zu den Eltern – den Bezugspersonen – und der pädagogischen Fachkraft – der Betreuungsperson. Wie in einem Dreieck sind auch Eltern und Fachkraft miteinander verbunden. Alle drei Ecken des Dreiecks sind notwendig und gleich wichtig.
Es ist wichtig, dass man gleiche Ziele verfolgt, die Kommunikation richtig aufbaut und immer auf Verständnis und Teamwork ausgerichtet ist. Die Eltern sind Experten ihres Kindes, die Fachkraft Expertin der Gruppe. Ziel ist es, gemeinsam die Bedürfnisse der Gruppe und jedes einzelnen Kindes auf respektvolle Art zu verbinden.
Transparenz
Für mich ist der wichtigste Aspekt dieser Eltern-Fachkraft Beziehung die Transparenz. Eltern haben nicht nur ein Recht darauf zu erfahren, was ihr Kind in der Einrichtung erlebt, die richtige Transparenz schafft auch das nötige Vertrauen, das Eltern brauchen, damit auch ihr Kind sich wohlfühlt.
Transparenz fängt nicht erst dort an, wo es Probleme gibt, die besprochen werden müssen. Transparenz ist auch für die positiven Erlebnisse relevant. Es ist ein Zeichen an das Kind: Die Menschen, die sich um mich kümmern, gehören zusammen. Ich bin Teil der Gruppe und Teil meiner Familie und beides zusammen ist mein Alltag. Das schafft für das Kind ein Vertrauen, dass man durch nichts aufwiegen könnte.
Als Eltern würde ich also immer darauf achten, was mir erzählt wird und wann. Tür-Und-Angelgespräche sind dafür äußerst relevant, denn es geht um Kleinigkeiten wie: womit und mit wem das Kind heute gespielt hat, woran es Freude hatte, wie es sich gefühlt hat, ob es gegessen hat, was es gab, ob es Konflikte gab usw. Dies schafft nicht nur Vertrauen, sondern ermöglicht auch den Eltern ihr Kind in der Reflexion des Tages zu unterstützen und den Tag „nachzubesprechen“.
Langfristig denken
Den Fachkräften ist es meist nur recht, wenn eine Eingewöhnung „problemlos“ verläuft und in zügigen Schritten vorranschreitet, denn die Zeit der Eingewöhnung ist äußerst anstrengend für alle Beteiligten. Dennoch ist es wichtig, dass ihr euch nicht stressen lasst. Ziel ist immer die langfristige Tendenz, wenn ihr also das Gefühl habt, für euch oder euer Kind ist es einfach zu schnell, dann steht für euch ein.
Rückschritte
Mit meinem Sohn habe ich es erlebt: die ersten 2 Wochen liefen problemlos, weil er kein schüchterner Charakter ist. Doch plötzlich und aus heiterem Himmel kamen die Tränen, das Geschrei und der Widerstand. Er wollte plötzlich nicht mehr in die Gruppe gehen und schon gar nicht, dass ich weggehe.
Die Tatsache, dass die Fachkräfte nicht dazu bereit waren, mich wieder in die Gruppe zu lassen, um meinem Kind die nötige Sicherheit zu geben, hätte mir damals schon eine Warnung sein sollen.
Und nach meiner Ausbildung und zahlreichen Gesprächen mit anderen Fachkräften, die sich darauf spezialisiert haben, kann ich euch nur darin bekräftigen: Auch hier für euch einzustehen und Rückschritte einzufordern! Denn es ist ganz normal: eine Eingewöhnung verläuft nicht linear, sondern in Wellen. Ein Kind das sich anfangs total sicher fühlt kann im weiteren Verlauf erst die Erkenntnis bekommen, dass das hier von Dauer ist, und möchte dann nochmal zurück an den Anfang – sich die Sicherheit der Bezugsperson in die Gruppe holen.
Bedürfnisorientierte Eingewöhnung heißt genau das: Wir gehen auf die Bedürfnisse ein, die das Kind hat, in dem Moment, in dem es sie hat!
Hilfsmittel
Für die Eingewöhnung könnt ihr nützliche Hilfsmittel verwenden.
Vorbereitung
Bereite dein Kind schon weit im Voraus auf den neuen Alltag vor. Besucht gemeinsam mögliche Einrichtungen und bindet euer Kind in den Entscheidungsprozess mit ein. Besprecht in den Monaten vor der Eingewöhnung was passieren wird und versucht so oft wie möglich zu Schnupperstunden vorbei zu schauen.
Für die letzten 2 Wochen kann ich euch schließlich mein Kindergarten-Starter empfehlen. Hier findest du alles was ihr für die finalen Schritte brauchen werdet. Eine Einführungsgeschichte, ein Count-Down Spiel für die letzten 10 Tage (im Stil eines Adventkalenders), Checklsiten, Fragebögen, Lieder und Reime und noch vieles mehr. Schau mal in meinem Shop vorbei.
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Alltagshelfer
Hierbei handelt es sich um kleine DInge, die euch helfen durch die „harten“ Tage zu kommen, die aber natürlich auch an jedem anderen Tag nützlich sind.
- Kuscheltier
- Schal von Mama
- Glückssteinchen in der Jackentasche
- Herz auf der Hand (für Verbindung und Mama-Liebe)
- Ankommrituale (z.B. vor der Tür gemeinsam noch jausen, bevor ihr hineingeht)
- Abschiedsrituale (z.B. Mama-Tank auffüllen – schaut dazu gerne mal bei Kathy Weber vorbei)
- feste Uhrzeiten bei der Abholung – so bildet sich Vertrauen im Kind
Mein EingewöhnungsKonzept
Mit diesem letzten Teil möchte ich dir Einblicke geben, wie die individuell die Eingewöhnung sein kann und dir auch mögliche Denkrichtungen aufzeigen. Außerdem ist mir wichtig, dass ich in den nächsten Monaten mein pädagogisches Konzept weiter teile, denn ich finde das Tagesmütter die bedürfnisorientierte Betreuung der Zukunft sind.
Eltern
Meine Kinder (3,5 und 2) sind selbst Teil der Gruppe. Ich werde 5 Kinder insgesamt betreuen, was bedeutet, dass wir schlussendlich maximal 4 Familien sein werden. Gerade, da meine Kinder selbst Teil der Gruppe sind, ist mir ein Begegnen auf Augenhöhe sehr wichtig. Das Dreieck, dass ich vorhin erwähnte, sehe ich hier als zentrales Bild, denn in meiner Gruppe haben alle ihren Platz, auch die Eltern.
Durch dieses Setup fühlt es sich wenig nach Kindergarten an, stattdessen eher als Freunde, die man täglich zuhause besucht. ICh verfolge natürlich trotz allem ein Bildungskonzept – anders als eine Freundin das tun würde – Aber um dieses soll es jetzt ja gar nicht gehen.
Alle Familien werden sich unweigerlich (durch die kleine Gruppengröße) sehr nach kommen. Das soll auch schon der Charakter der Eingewöhnung sein. Man lernt sich als ganze Familien kennen, trifft sich auf dem Spielplatz, besucht einander, macht gemeinsame Ausflüge. So bildet sich das Fundament, welches für die Fremdbetreuung notwendig ist.
Auch die Kinder lernen sich durch diesen sanften und gemeinschaftlichen Einstieg auf ganz besondere Art kennen.
Die Vorbereitung
Bevor die Eingewöhnung offiziell beginnt gibt es noch eine kleine Vorbereitungsphase. Wenn sich das Kind bereits wohlfühlt kann es zu bestimmten Lernsequenzen, Spielgruppen, SetUps und ähnlichem dazu kommen. Auch eine Art Babysitten (mit oder ohne Eltern) ist möglich. Dies lässt sich individuell an die Bedürfnisse der Kinder anpassen.
Die Eingewöhnung
Ich orientierte mich schlussendlich besonders am Münchner Eingewöhnungsmodell, da ich die Eltern als zentrale Bezugsperson wahren möchte und eine Dreiecksverbindung suche. Die Eltern zumindest einmal in jedem Abschnitt des Alltags dabei zu haben macht für mich daher Sinn.
Eine Tagesmutter sagte mir einmal, dass sie, auch noch nach der Eingewöhnung, wenn die Kinder das erste mal bei ihr Mittagsschlaf machen werden, stets die Mutter einmal hinein bittet. Die Mutter und das Kind legen sich gemeinsam auf die Matratze, führen das „Ritual“ einmal durch und die Mutter sagt ihrem Kind dann, dass es am nächsten Tag mit der Tagesmutter hier liegen wird und dort einen Mittagsschlaf macht.
Mit solch einem Ritual gibt die Mutter dem Kind die Sicherheit für den Ort und den Ablauf und am nächsten Tag weiß das Kind, was kommt.
Das ist für mich der positive Nutzen einer solch intensiven Einbindung der Eltern.
Beziehung zum Kind
Statt den Versuch zu unternehmen eine starke Bindungsperson des Kindes zu sein und die Mutter in ihrer Abwesenheit „ersetzen“ zu können, indem ich mir all die Rituale und Abläufe vorab aneigne, die das Kind zuhause hat, liegt mein Fokus auf einer ganz individuellen Beziehung zum Kind.
Ich bemühe mich die Verbindung zu den Eltern zu intensivieren und so auch das Vertrauen des Kindes zu gewinnen. Durch meine Fürsorge und gemeinsame Aktivitäten kann schließlich eine individuelle Bindung entstehen.
Ein Kennenlernen auf Augenhöhe ist hier für mich zentral. Ich zwinge mich dem Kind nicht auf, setze mich nicht „absichtlich“ daneben oder versuche durch Spielangebote das Kind von der Mutter weg zu locken. Stattdessen soll das Kind ein natürliches Kennenlernen erleben, wie es mit Fremden für gewöhnlich abläuft – Stück für Stück und von Treffen zu Treffen.
Die Rollen
Das Kind
Das Kind ist der Teil des Dreiecks, der die sprichwörtlichen Zügel in der Hand hält und somit nicht nur Richtung, sondern auch Tempo bestimmt. Wir achten besonders auf die Bedürfnisse des Kindes und die Eingewöhnung soll so erfolgen, dass das Kind sich wohlfühlt.
Die Eltern
Die Eltern sind die absolut wichtigste Bezugsperson des Kindes. Sie sind quasi der Knotenpunkt zwischen Kind und mir als Betreuungsperson. Sie geben dem Kind die nötige Sicherheit und vermitteln ihm das Vertrauen, dass es in mich und meine Einrichtung haben darf.
ich die Betreuungsperson
Ich nehme im Leben des Kindes eine nie dagewesene Rolle ein. Die der (ersten) Fremdbetreuerin. Wichtig ist, dass ich diese Rolle eben auch als solch individuelle Position verstehe. Ich sehe meine Aufgabe darin die Kinder (als ganze Gruppe und individuell) durch den Tag, die Woche und das Jahr zu begleiten. Ich pflege sie, ich versorge sie, ich unterstütze sie und ich schaffe gemeinsam mit ihnen Bildungsangebote. Aus diesem Grund sehe ich meine Aufgabe weder darin ein Spielgefährte zu sein und die Kinder zu bespaßen noch darin die Erziehung der Kinder zu übernehmen, sondern die Eltern in dieser Aufgabe zu unterstützen und den Teil zu übernehmen, der für die Gemeinschaft zuständig ist.
Abschluss worte
In dem letzten Abschnitt konnte ich hoffentlich das vermitteln was ich beabsichtigen wollte: eine Eingewöhnung ist je nach Kind und Einrichtung anders. Das eine perfekte Modell gibt es also gar nicht. Das soll dich und euch schließlich auch dazu ermutigen euch in den Plan der Eingewöhnung einzubinden und euch als Teil des Teams verstehen. Ihr sollt MIT den Betreuungspersonen gestalten!




